Hand in Hand gegen Leerstand

Landauer Leerstandsinitiative

In der leicht wachsenden Universitätsstadt Landau in der Pfalz mit etwa 48.000 Einwohner:innen werden zusätzliche Wohnungen benötigt, zugleich stehen alte Immobilien leer. Seit Mai 2023 besteht die Landauer Leerstandsinitiative e.V. Als gemeinnütziger Verein widmet sie sich der Nutzbarmachung leerstehender Immobilien insbesondere zum Wohnen.
Ziel der Initiative ist es, möglichst vielfältige und nachhaltige Nutzungen im leerstehenden Gebäudebestand zu etablieren. Damit diese Vision Wirklichkeit wird, knüpft der Verein zahlreiche Kontakte mit örtlichen Akteuren in Politik, Wirtschaft und Gesellschaft. Außerdem vernetzt sich der Verein mit bestehenden nationalen und internationalen Initiativen.
Einer der zentralen Schwerpunkte der Initiative ist die Akquirierung von Leerstandsobjekten, die Kontaktaufnahme mit Eigentümer:innen sowie die Beratung und Vermittlung an Interessent:innen. Im Rahmen des innerstädtischen Verfügungsfonds für Maßnahmen zur Aufwertung, Attraktivitätssteigerung und Belebung der Innenstadt wurde eine hauptamtliche Personalstelle im Verein gefördert und die zusätzliche Ansprache von gewerblichen Leerstandseigentümer:innen intensiviert.
Seit 2023 wurden mehrere Projekte auf den Weg gebracht:

  • Im Pilotprojekt „Kiwihof“ konnte von Anfang Oktober 2023 bis Ende April 2024 eine leerstehende Immobilie erfolgreich zwischenbewohnt werden. Ein ehemaliger Winzerhof wurde von vier Personen belebt. Die Dauer der Zwischennutzung wurde hierbei entgegen ursprünglicher Planungen zum beiderseitigen Vorteil verlängert.
  • In einem Projekt in der Herrmann-Sauter Straße wird das Zwischenwohnen in einer Wohnung eines großen Landauer Immobilienunternehmens erfolgreich praktiziert. Geplant ist diese bis voraussichtlich für ein Jahr bis Oktober 2026. Die betreffenden Räumlichkeiten wurden vor der Nutzung von der Leerstandsinitiative teilrenoviert.
  • Seit Herbst 2024 hat eine leerstehende Gewerbeeinheit im Erdgeschoss eines Mehrfamilienhauses eine Nutzung, indem hier durch Vermittlung der Leerstandsinitiative drei junge Therapeutinnen eine Praxis in gut erreichbarer Lage einrichteten. Die Eigentümer profitieren dabei durch eine Aufwertung des Gebäudes und einer gestiegenen Attraktivität für den Verkauf beziehungsweise die Vermietung der übrigen Wohnungen.
  • Der Trifels-Hub, ein historisches dreigeschossiges ehemaliges Wohn- und Gasthaus in zentraler Stadtlage, bildet den mit vielfältigen Nutzungsmöglichkeiten den Vereinsmittelpunkt. Kunstschaffende teilen sich Räume, treffen sich in einer Schreibwerkstatt und bespielen eine Bühne. Darüber hinaus dient das Gebäude als Versammlungsort für Vereine, Selbsthilfegruppen sowie als Veranstaltungsraum für kulturelle Angebote.
  • Das sogenannte Kultur- und Vereinsfenster steht für zwei leerstehende Ladenfläche, die seit Anfang 2025 für mehrere Monate für Kunststudierenden und Vereinen zum Beispiel für die Eventreihe „Landau liest ein Buch“ oder einen Tanzsportclub öffentlichkeitswirksam zur Verfügung gestellt werden.  Ebenso kamen die Kunststudierenden und Vereine in die Position, mitten in der Stadt ihre Inhalte zu präsentieren.

Die Landauer Leerstandinitiative e.V. ist Bestandteil eines Bündels von Maßnahmen gegen der Leerstand in der Stadt. Die Stadt Landau ihrerseits mietet mit ihrem Leerstandsprogramm „LeLa – It’s a match“ vorübergehend strukturelle oder absehbare Leerstände an, um diese für neue Nutzerinnen und Nutzer mit attraktiven Konzepten zugänglich zu machen. Sie hat eine Zweckentfremdungsverbotssatzung entwickelt, die am 1. Januar 2024 in Kraft trat. Deren Umsetzung wird von der Landauer Leerstandsinitiative positiv begleitet.