Ziele & Strategien

Der sparsame Umgang mit Fläche ist Gegenstand von Zielformulierungen zum Beispiel in Nachhaltigkeitsstrategien und politischen Programmen, Fachplanungen sowie in Gesetzen und Verordnungen. Hierfür werden quantitative und qualitative Ziele formuliert – auf globaler Ebene, in der Europäischen Union, auf Bundesebene und in den Bundesländern. Bei der Entwicklung derartiger Ziele, die für die Umsetzung verschiedenster Akteure leitend sein sollen, werden unterschiedliche Interessen gegeneinander abgewogen. Einerseits werden zunehmend Flächen zum Beispiel für Wohnen, Gewerbe, Mobilität oder Freizeit benötigt, andererseits ist der Flächenschutz für Landwirtschaft und Naturhaushalt lebensnotwendig. Der sparsame Umgang mit Fläche ist eine zentrale Herausforderung für die nachhaltige und resiliente Entwicklung von Städten und Gemeinden. Daher müssen konkurrierende Interessen in den Blick genommen und Zielkonflikte ausgehandelt werden, um flächenbezogene Ziele zu erreichen.

Das Thema Fläche wird zunehmend als ein Querschnittsthema mit Verknüpfungen zu Klimaschutz und -anpassung, Wohnungsbau, Verkehr, Landwirtschaft, Energie und Naturschutz wahrgenommen. Es bestehen in verschiedenen Gesetzen, Programmen und Konzepten überwiegend qualitative Zielformulierungen zum Schutz der Fläche. Zugleich bestehen in den einzelnen thematischen Belangen Nutzungsinteressen und Flächenbedarfe. Hieraus resultieren Flächennutzungskonkurrenzen, die dem sparsamen Umgang mit Flächen im Wege stehen. Bislang  besteht in Deutschland keine konsistente ressortübergreifende Politik von Bund und Ländern, die einen verbindlichen Schutz der begrenzten Ressource Fläche in den Mittelpunkt stellt.

Strategie und Ziele auf globaler Ebene

Die 17 SDGs (Sustainable Development Goals) der Agenda 2030 für nachhaltige Entwicklung wurden im Jahr 2015 von allen Mitgliedstaaten der Vereinten Nationen (UN) verabschiedet. Diese sollen bis zum Jahr 2030 erreicht werden. Darunter befinden sich auch SDGs, die einen engen Bezug zu den Themen Siedlungsentwicklung, Fläche und Böden aufweisen. Weiterlesen >

Ziele, Programme und Strategien der Europäischen Union

Auf EU-Ebene wird Fläche vor allem im Kontext von Bodenschutz, Landnutzung und Nachhaltigkeit thematisiert. Weiterlesen >

Ziele, Strategien und Gesetze auf Bundesebene

In Deutschland bestehen auf Bundesebene Ziele und rechtliche Grundlagen, die darauf abzielen, die Flächenneuinanspruchnahme vor allem für Siedlungen und Verkehr zu reduzieren und damit Bodenressourcen, Natur und Landschaft zu schonen. Diese sind eingebettet in Nachhaltigkeitsziele sowie in die Raumordnungs-, Umwelt- und Klimapolitik. Besonderen Stellenwert hierbei haben neben qualitativen Aussagen für das Flächensparen zum Beispiel zum Vorrang der Innenentwicklung vor der Außenentwicklung quantitative Zielaussagen mit konkreten Werten für eine Reduzierung der Flächenneuinanspruchnahme.  Weiterlesen >

Ziele, Programme und Strategien auf Ebene der Bundesländer

Die Bundesländer regeln in den Landesraumordnungsgesetzen den sparsamen Umgang mit Flächen zum Beispiel mit Vorgaben über Mindestdichten der baulichen Entwicklung. Diese werden dann in Landesraumordnungsplänen beziehungsweise Landesentwicklungsplänen verankert, die wiederum den Rahmen für regionale Raumordnungspläne (Regionalpläne) vorgeben. Dort kann mit qualitativen bzw. quantitativen Vorgaben in Form von Grundsätzen beziehungsweise Zielen der Raumordnung die Flächenneuinanspruchnahme auf Ebene der Planungsregionen gemeindescharf, räumlich beziehungsweise mengenmäßig, gesteuert werden. Während qualitative Ziele oder Grundsätze zum Beispiel auf eine vorrangige Innentwicklung, ein verstärktes Flächenrecycling, auf das Zentrale-Orte-Prinzip oder die Siedlungsentwicklung entlang der Achsen des schienengebundenen Personennahverkehrs abzielen, werden in quantitativen Vorgaben mengenmäßige Begrenzungen der Neuinanspruchnahme von Flächen für Siedlungs- und Verkehrszwecke oder konkrete Werte für bauliche Mindestdichten (zum Beispiel in Wohneinheiten je Hektar Wohnbauland) beim Wohnungsneubau formuliert. Weiterlesen >