Bodenentsiegelung umsetzen

Neben dem Monitoring von Entsiegelungsmaßnahmen bedarf es für eine systematische Umsetzung von Entsiegelungsmaßnahmen langfristiger Strategien, umsetzungsorientierter integrierter Planungen sowie der interdisziplinären Zusammenarbeit innerhalb der Verwaltung sowie mit den öffentlichen und privaten Akteuren und Grundstückseigentümer:innen. Wesentliche Erfolgsfaktoren sind außerdem ein politisch unterstützter Handlungsrahmen, die Bereitstellung von finanziellen und personellen Ressourcen der öffentlichen Hand sowie Anreize für private Flächeneigentümer:innen.

Die Umsetzung von Maßnahmen der Bodenentsiegelung ist von verschiedenen Faktoren abhängig. Dazu gehören

  • Lage, Größe und Nutzung der entsprechenden Fläche,
  • Eigentumsverhältnisse und Flächenverfügbarkeit,
  • Schadstoffgehalt des Bodens,
  • technischer Aufwand bzw. Umsetzbarkeit und Kostenaspekte,
  • Nutzenaspekte der Entsiegelung (z.B. Verbesserung der Regenwasserversickerung, Beitrag zu Hitzereduktion und Mikroklima, ökologisches Aufwertungspotenzial, Förderung von Grünvernetzungsfunktionen und Biodiversität),
  • gesamtökonomische Bewertung der Maßnahme,
  • rechtlicher Rahmen und Anreize für Bodenentsiegelung.

Die Entsiegelung von Böden wird in der Regel im Kontext mit nachfolgenden Maßnahmen betrachtet, die auf eine Verbesserung des urbanen Wasserhaushalts, die Qualifizierung des Stadtgrüns oder die Steigerung von Biodiversität oder den Ausbau des Biotopverbund abzielen. Im Sinne des Umbaus zur Schwammstadt kann die Bodenentsiegelung mit naturbasierten Lösungen zur Förderung des urbanen Wasserhaushalts zum Beispiel durch die Einrichtung von Mulden-Rigolen-Systemen, Baumrigolen oder Blühstreifen verknüpft werden.

Ein Erfolgsfaktor für die Entsiegelung in den Kommunen ist auch die Ansprache mitwirkungsbereiter Akteure. Mit dem bundesweiten Wettbewerb „Abpflastern“ werden neben Kommunen insbesondere Bürger:innen, Vereine und Initiativen angeregt, im öffentlichen, halböffentlichen oder privaten Raum Flächen zu entsiegeln. An dem Entsiegelungs-Wettbewerb, der im Jahr 2025 in Deutschland erstmalig nach niederländischem Vorbild (Tegelwippen) durchgeführt wurde, beteiligten sich Akteure aus 32 Städten. Der Wettbewerb 2026 läuft – erneut organisiert durch Studierende/als Studienprojekt einer deutschen Hochschule, bis zum 31. Oktober 2026.