... mit Bürgerbeteiligung

Der Umbau des bestehenden Quartiers, das neue Gewerbegebiet am Rand der Gemeinde, die geplante Umgehungsstraße oder der neue Windpark vor den Toren der Stadt sind Themen, die vor Ort bewegen und auch polarisieren können. Das Maß der Beteiligung von Bürgerinnen und Bürgern an der Siedlungsentwicklung kann von der Information bis zur aktiven Mitplanung reichen.

Im Rahmen der Bürgerbeteiligung wirken Bürger:innen aktiv an Planungen und Entscheidungen über die Gestaltung, Entwicklung und Nutzung der Stadt oder ihres Stadtteils mit. Dabei werden die Interessen, Bedürfnisse und Ideen der Bevölkerung in die Planungsprozesse eingebracht. Bürgerbeteiligung ist damit ein gemeinschaftlicher demokratischer Prozess.

Transparenz der Beteiligung

Ein wesentlicher Grundsatz von Bürgerbeteiligung ist Transparenz. Damit Bürger:innen ihre Meinungen äußern, Vorschläge einbringen oder Kritik formulieren können, sind planungsrelevante Informationen frühzeitig und offen bereitzustellen, zum Beispiel durch die Auslage von Plan- beziehungsweise Konzeptentwürfen in der Verwaltung, in öffentlichen Veranstaltungen, auf Online-Plattformen oder mittels Informationsbroschüren. Eine zentrale Herausforderung von Bürgerbeteiligung ist es, komplexe Planungsprozesse verständlich darzustellen und Planungsinhalte verständlich zu vermitteln sowie Beteiligungsverfahren fair zu gestalten.

Stufen der Beteiligung

Bei der Bürgerbeteiligung werden verschiedene Beteiligungsstufen unterschieden. Beteiligung beginnt bei der Information über Planungen und Vorhaben. Konsultationen zum Beispiel in Befragungen und Workshops, die Mitwirkung zum Beispiel in Planungswerkstätten, Bürgerforen, Räten oder Reallaboren oder die Mitbestimmung etwa im Bürgerhaushalt, in Bürgerentscheiden oder bei Abstimmungen über konkrete Planungsvarianten bedeuten einen höheren Grad an Beteiligung. Sehr weitreichende Formen der Bürgerbeteiligung stellen selbst organisierte beziehungsweise selbst kontrollierte Planungen oder Projekte der Stadtentwicklung dar, wie zum Beispiel in Genossenschaften, Gemeinschaftsprojekten oder auch in Projekten des Quartiersmanagements. Für Co-Creation als weit entwickelte Form der Bürgerbeteiligung stehen zum Beispiel Lern- und Experimentierräume zur gemeinsamen Entwicklung und Erprobung von Lösungen mit neuen Ideen und Methoden in Learning Labs oder Makerspaces. Fab City-Projekte wiederum sind stadtweite Transformationskonzepte, in denen verschiedene Akteure in den Städten Lösungen entwerfen sowie Wissen und Daten teilen zum Beispiel zu Themen wie Kreislaufwirtschaft und Ressourcenschonung, Stärkung von Innovation sowie Bildung und Teilhabe.

Akzeptanz durch Beteiligung

Eine gelungene Bürgerbeteiligung fördert die Akzeptanz von Planungsentscheidungen, stärkt das Vertrauen in die planenden Institutionen (meist die Kommunalverwaltung), kann die Abwägung von Interessen erleichtern sowie frühzeitig Konflikte erkennen und entschärfen. Indem lokale Kenntnisse und alltägliche Erfahrungen der Bewohnerinnen und Bewohner in die Planung einfließen, führt Bürgerbeteiligung häufig zu innovativeren und praxistauglicheren Lösungen.