Idee aus Hiddenhausen setzt Anreize für Innenentwicklung
Förderprogramm "Jung kauft alt"
Die Gemeinde Hiddenhausen, bestehend aus den sechs Gemeindeteilen Lippinghausen, Eilshausen, Schweicheln-Bermbeck, Hiddenhausen, Oetinghausen und Sundern hat 19.700 Einwohner:innen. Die Gemeinde war vor über 15 Jahren stark von Leerstand, Überalterung und Wegzug betroffen und stand vor der Aufgabe, junge Familien im Ort zu halten, den Gebäudeleerstand zu reduzieren und die Quartiere mit Leben zu füllen.
Zur Bewältigung dieser Herausforderungen hat die Gemeinde Hiddenhausen im Jahr 2007 ein innovatives Förderprogramm mit dem Titel "Jung kauft alt" aufgelegt und im Jahr 2022 zuletzt angepasst. Es bietet damals wie heute jungen Paaren und Familien finanzielle Anreize, um vor Ort eine Bestandsimmobilie zu erwerben und zu sanieren. Zusätzlich wird die Erstellung eines Altbau-Gutachtens gefördert, das Aufschluss über den Sanierungsaufwand einer älteren Immobilie gibt. Außerdem wird seit 2019 die energetische Sanierung eines Altbauwohngebäudes gefördert.
Das Förderprogramm "Jung kauft alt" kann Familien in Hiddenhausen mit folgenden Beträgen unterstützen:
- Beim Erwerb einer mindestens 25 Jahre alten Immobilie können für den Abbruch eines Altbaus und die Errichtung eines Ersatzneubaus an gleicher Stelle eine maximale Förderung von 9.000 Euro, verteilt auf 6 Jahre, in Anspruch genommen werden.
- Die Erstellung eines Altbaugutachtens (Ortsbegehung/Bestandsaufnahme mit Modernisierungsempfehlung und Kostenschätzung) wird mit bis zu 1.500 Euro gefördert.
- Je nach Energieeffizienzstufe, gestaffelt von „Effizienzhaus Denkmal“ bis „Effizienzhaus 40 Erneuerbare-Energien-Klasse“, werden bei der zur energetischen Sanierung oder für Neubau nach Abriss einmalig jeweils 600 Euro pro erreichter Effizienzhausstufe bezuschusst. Ersatzneubauten müssen mindestens als Effizienzhaus 70 eingestuft sein. Somit ist hier eine maximale Förderung von maximal 4.200 Euro je saniertem Gebäude möglich.
Zwischen 2007 und 2025 förderte Hiddenhausen den Erwerb von 896 Altbauten sowie die Erstellung von 85 Altbaugutachten. 13 Anträge auf einmalige Förderung zur energetischen Sanierung wurden positiv beschieden. Das Programm sorgte dafür, dass nicht nur junge Familien im Ort gehalten, sondern auch junge Neubürger gewonnen wurden: 59 Prozent der geförderten Haushalte sind zugezogen.
Die Fördermaßnahme hat dazu beigetragen, die Leerstände von Altimmobilien im Ort zu reduzieren. Insbesondere junge Familien haben ältere Häuser erworben und gewachsene Quartiere wieder belebt. Die vorhandene Infrastruktur - Kindergärten und Schulen eingeschlossen – wird wieder besser ausgelastet und die voranschreitende Alterung in der Kommune abgemildert.
Das Projekt wurde mehrfach ausgezeichnet und gilt als Vorbild für viele Kommunen in Deutschland. „Jung kauft alt“ machte Schule.
Das 2007 in Hiddenhausen entwickelte Zuschuss Programm diente als Vorbild für viele andere Gemeinden.
Schließlich stand „Jung kauft alt“ Pate für die die kreditbasierte Bundesförderung von Wohneigentum für Familien (Bestandsförderung) „Jung kauft alt“, die seit dem Jahr 2024 von der KfW im Auftrag des Bundes durchgeführt wird.
Förderprogramm „Jung kauft alt“ Hiddenhausen
Förderprogramm „Jung kauft alt“ Hiddenhausen