Intelligente Innenentwicklung statt Flächenversiegelung

Baulandfonds in Schleswig-Holstein

Das Land Schleswig-Holstein möchte bis 2030 die tägliche Flächenneuinanspruchnahme auf unter 1,3 Hektar pro Tag zu senken. Im Jahr 2021 wurde hierfür das Projekt „Nachhaltiges Flächenmanagement Schleswig-Holstein“ unter der Federführung des Innenministeriums eingerichtet. Dieses beinhaltet ein zweistufiges Förderprogramm, den so genannten „Baulandfonds SH“ mit einem Kreditvolumen von bis zu 100 Millionen Euro bei der Investitionsbank Schleswig-Holstein. Der Fonds stärkt die Rolle von Städten und Gemeinden in der Flächenentwicklung und unterstützt diese bei der aktiven Baulandentwicklung insbesondere im Innenbereich und auf Konversionsflächen. Auf bisher brach liegenden oder untergenutzten Flächen sollen künftig bezahlbarer Wohnraum und gemischt genutzte Quartiere entstehen. Ziel ist die qualitative Aufwertung des Siedlungsraums sowie eine Reduktion der Neuinanspruchnahme von Flächen.

Potenzialanalyse erleichtert Einschätzung von Bauvorhaben

Der Baulandfonds besteht aus zwei Programmteilen, einer Potenzialanalyse und einem Darlehen. Die Potenzialanalyse untersucht die Erschließungs- und Bebauungsoptionen und berechnet die Kosten für die Flächenmobilisierung. Sie beinhaltet eine Analyse der künftigen Bedarfe, die Art der Nutzung, die Wirtschaftlichkeit, die Hemmnisse und Risiken sowie ein erstes Nutzungsszenario. Die Kommunen werden somit bei der Entscheidungsfindung über eine Flächenentwicklung unterstützt, darüber hinaus werden die dafür notwendigen nächsten Schritte festgelegt. Im zweiten Programmteil und aufbauend auf der Potenzialanalyse, können die Gemeinden ein Darlehen für den Grunderwerb, die Entwicklung und die Erschließung der untersuchten Fläche beantragen. Entstehen der Gemeinde bei der Entwicklung der Fläche Mindererlöse, kann das Darlehen in einen anteiligen Zuschuss umgewandelt werden. Der Baulandfonds ist die Basis für eine intelligente Innenentwicklung und bietet die Möglichkeit zum sensiblen Umgang mit Bestandsstrukturen. Bis September 2025 wurden 19 Potenzialanalysen in verschiedenen Gemeinden Schleswig-Holsteins durch die IB.SH bewilligt und größtenteils bereits fertig gestellt.