Nachverdichten, aufstocken, seriell mit Holz bauen
Neues Wohnen im Molchweg
Im Molchweg in Stuttgart-Bergheim realisiert die Landes-Bau-Genossenschaft Württemberg eG (LBG) die Nachverdichtung und Modernisierung einer Wohnanlage mit Zeilenbauten aus den 1960er-Jahren. Das gesamte Grundstück umfasst eine Fläche von 22.481 m².
Das Vorhaben wird in vier Bauabschnitten realisiert. Die LBG ist die Initiatorin des Projekts. Sie übernimmt die Funktion der Projektsteuerung und koordiniert beziehungsweise involviert die Projektbeteiligten wie Planungsbüros und ausführende Firmen je nach Erfordernis.
Von den ursprünglich zehn Bestandsgebäuden wurden im ersten Bauabschnitt drei Gebäude mit je vier Wohneinheiten abgebrochen und durch einen Neubau mit 29 Wohneinheiten, einer dreigruppigen Kita und einer Tiefgarage mit 63 Stellplätzen ersetzt. Die verbleibenden sieben Gebäude werden in drei weiteren Bauabschnitten sukzessive modernisiert, in Holzbauweise aufgestockt und mit Anbauten in Holzhybridbauweise erweitert. Der zweite Bauabschnitt mit weiteren 38 Wohneinheiten wird Ende 2025 fertiggestellt. Die Bestandsgebäude erhalten zweistöckige Aufstockungen, lediglich in Teilbereichen sind aus statischen Gründen Unterfangungen erforderlich. Die Wohnungserschließung erfolgt über neue Laubengänge und Treppenanlagen mit Aufzügen. Somit werden zum einen alle Wohnungen barrierefrei erreichbar sein, zum anderen können die ehemaligen Treppenhausflächen den Wohnungen zugeschlagen werden. Statt ursprünglich 76 Wohneinheiten wird es im Molchweg nach Abschluss aller vier Bauabschnitte 176 Wohneinheiten geben, was einem Wohnflächenzuwachs von 155 Prozent entspricht. Zudem wird ein weitaus heterogenerer Wohnungsmix zur Verfügung stehen.
Finanziert wird das Vorhaben mit Kapitalmarktdarlehen, mit Mitteln der sozialen Mietwohnraumförderung (für 15 Wohneinheiten), mit KfW-Förderdarlehen und der Bundesförderung für effiziente Gebäude (BEG, Einzelmaßnahmen) sowie mit Eigenmitteln.
Die zusätzliche Flächeninanspruchnahme aller Maßnahmen der Nachverdichtung ist relativ gering. Das Vorhaben zeigt außerdem, dass in Quartieren mit Zeilenbauten der 1950er und 1960er Jahre ein enormes städtebauliches Potenzial für eine Qualifizierung im Sinne einer flächensparenden Siedlungsentwicklung und zur Diversifizierung des Wohnungsangebots steckt. Es zeigt darüber hinaus, wie Planung und Bauprozesse durch eine frühzeitige Einbindung ausführender Firmen optimiert werden können. Die serielle Vorfertigung ermöglicht kürzere Bauzeiten, eine bessere Ausführungsqualität sowie eine Reduzierung der Transportverkehre.
Das Projekt „Neues Wohnen im Molchweg“ ist Teil der Internationalen Bauausstellung 2027 in der StadtRegion Stuttgart. Es wurde in das IBA’27-Netz aufgenommen, das Vorhaben miteinander verbindet, die sich mit der Zukunft des Bauens, Wohnens und Arbeitens auseinandersetzen.
- Planungsauftrag an Architekturbüro
- Baurecht nach §34 BauGB
- Soziale Mietwohnraumförderung (15 WE)
- KfW-Förderdarlehen
- Bundesförderung für effiziente Gebäude (BEG, Einzelmaßnahmen)
- Landes-Bau-Genossenschaft Württemberg eG (LBG): Neues Wohnen im Molchweg Stuttgart-Bergheim
- IBA’27 in der Stadtregion Stuttgart: Neues Wohnen im Molchweg in Stuttgart-Bergheim