Vom Parkhaus zu Wohnungen und mehr

Gröninger Hof in Hamburg

Ein aufgegebenes siebengeschossiges Parkhaus in der Hamburger Altstadt wird seit 2018 von der Genossenschaft Gröninger Hof eG zu einem gemeinschaftlichen Wohn- und Kulturprojekt entwickelt. Es entstehen auf 5.000 Quadratmetern Fläche 90 Wohnungen für etwa 180 Bewohner:innen, davon sechs Clusterwohnungen sowie Gemeinschaftsflächen wie Waschsalon, Dachterrasse, Gästewohnungen und ein Gemeinschaftsbüro, Hobbyräume und eine Fahrradwerkstatt. Im Sockelgeschoss sind Räume für Gastronomie, Gewerbe und eine Kulturwerkstatt, die auch für die Nachbarschaft offenstehen soll, vorgesehen. Unterschiedliche Wohnungsgrößen ermöglichen das Wohnen für verschiedene Wohnformen und Menschen in unterschiedlichen Lebensabschnitten. Die Miethöhe bewegt sich in vier Fallgruppen zwischen 7,35 Euro und 16,35 Euro pro Quadratmeter. In den Clusterwohnungen teilen sich jeweils fünf Parteien Wohnzimmer, Küche und Erschließung, verfügen jedoch neben dem Schlafzimmer über ein eigenes Bad.

Die Stadt Hamburg hat die Immobilie im Rahmen eines Konzeptverfahrens für eine Neuentwicklung ausgeschrieben. Das zivilgesellschaftliche Netzwerk „Altstadt für Alle“ entwickelte daraufhin Ideen für die Umnutzung des Parkhausgrundstücks, die schließlich in einem Konzept und Angebot für das Grundstück mündeten. Die Stadt Hamburg war von dem Konzept überzeugt, es wurden die Genossenschaft Gröninger Hof eG gegründet, ein Architekturwettbewerb durchgeführt sowie Gutachten und Planungen beauftragt. Die Planung des Nutzungs- und Umbaukonzepts erfolgte in einem partizipativen Verfahren, an welchen unter anderem zukünftige Bewohner:innen beteiligt waren. 2025 wurde der Genossenschaft das Grundstück von der Freien und Hansestadt Hamburg im Erbbaurecht übertragen.

Die Bauarbeiten starteten im Sommer 2025, die Fertigstellung ist 2028 geplant. Entgegen der ursprünglichen Planung können die Parkdecks nicht erhalten werden. Die Bausubstanz war zu marode, um im Rahmen des Umbaus erhalten werden zu können. Unter Beibehaltung des Kellergeschosses und auf den Fundamenten des Parkhauses entstehen die oberen Geschosse sowie die Geschossausbauten in Holzbauweise.

Finanziert wird der Umbau durch über 500 Genossenschaftsmitglieder, Einzelunterstützer, Kredite der Hamburgischen Investitions- und Förderbank sowie mit Mitteln der Hamburger Wohnungsbauförderung. Die Betonsanierung des ehemaligen Parkhauses wird mit Mitteln aus dem Sanierungsfonds der Hamburger Bürgerschaft und dem Quartiersfonds des Bezirks Hamburg-Mitte unterstützt.

Das Projekt Gröninger Hof zeigt, wie im Zuge der Innentwicklung, ausgehend vom Bestand ohne zusätzlichen Flächenverbrauch, neuer und dauerhaft bezahlbarer Wohnraum geschaffen werden kann. Gleichzeitig wird durch die Integration der weiterhin nutzbaren Bausubstanz in die neue Nutzung und mit der Verwendung von Holz als Baustoff ein wesentlicher Beitrag zur CO2-Minderung beim Bauen erreicht.