Flächengerechtigkeit

Das Thema Flächengerechtigkeit wird in vielen Kommunen von Stadtplaner:innen, Verkehrsplaner:innen, Initiativen, Verbänden und Bürger:innen vorangetrieben (vgl. z. B. Drews, F. (2022): Flächengerechtigkeit und die Verteilung des öffentlichen Straßenraums in Berlin. Eine Untersuchung am Beispiel des Bezirks Berlin-Mitte. Technische Universität Berlin (IVP-Discussion Paper, 2022,2)). Der Begriff wird in verschiedenen Kontexten wie Wohnen, Freiraum und Mobilität genutzt und weist viele Parallelen zum Thema Flächennutzungskonkurrenzen auf. Mit Blick auf die Debatten um Umweltgerechtigkeit und soziale Gerechtigkeit sind bei der Flächengerechtigkeit besonders die Verteilungs- und Zugangsgerechtigkeit angesprochen. Fläche gilt dabei als Ressource, um die verschiedenen Nutzungen und Nutzergruppen konkurrieren. Im Zusammenhang mit der Transformation urbaner Räume und der Mobilitätswende wird Flächengerechtigkeit häufig mit der gerechten Verteilung des Straßenraums beziehungsweise des öffentlichen Raums thematisiert. Demnach sollen Flächen, die für den motorisierten Individualverkehr genutzt werden, so verteilt werden, dass andere potenzielle Nutzer:innen wie zum Beispiel Fußgänger:innen und Radfahrende einen größeren Anteil an diesem  Raum erhalten. Neben der Frage der Flächennutzung und des Zugangs zu umweltfreundlicher und gesundheitsfördernder Verkehrsinfrastruktur im öffentlichen Raum sind dabei gleichwohl auch Verkehrsrisiken beziehungsweise die Verkehrssicherheit, Schadstoffbelastungen, Aufenthaltsqualität sowie der Zugang von Menschen mit einem niedrigen sozialen Status sowie von vulnerablen Gruppen angesprochen.

Aus stadtplanerischer Perspektive weist das Thema Flächengerechtigkeit deutliche Schnittmengen mit dem Prinzip der dreifachen Innenentwicklung auf.