Gebäude, Asphalt, Pflaster...
Siedlungen sind fast zur Hälfte versiegelt
In vielen Städten und Gemeinden sind die Folgen des Klimawandels spürbar, zum Beispiel in Form der Überwärmung insbesondere von dicht bebauten Stadtgebieten in Hitzeperioden, durch langanhaltende Trockenheit oder auch in Form von Starkregenereignissen. Es wird davon ausgegangen, dass Extremwetterereignisse zukünftig öfter auftreten. Eine hohe Versiegelung des Bodens kann die Folgen derartiger Ereignisse verstärken. Die weitere Flächenneuinanspruchnahme wiederum erhöht das Versiegelungsproblem, wenn der Boden wichtige Funktionen wie Versickerung und Verdunstung sowie Kühlung durch bodengebundenes Grün immer weniger erfüllen kann. Außerdem beeinträchtigen Überflutungen und Hitzeereignisse Leben und Gesundheit von Menschen und können zu hohen Schäden an Gebäuden und anderen materiellen Gütern führen.
Laut den umweltökonomischen Gesamtrechnungen der Länder sind In Deutschland etwa 45 Prozent der Siedlungs- und Verkehrsflächen in Deutschland versiegelt. Bezogen auf die Gesamtfläche beträgt der Anteil der Siedlungs- und Verkehrsfläche in Deutschland 14,6 Prozent und der Anteil der versiegelten Fläche 6,57 Prozent. Die Städte sind also bereits heute durch einen hohen Bestand an Flächen für Gebäude, Straßen, Wege und Plätze mit hohen Anteilen von Asphalt, Beton und Pflaster gekennzeichnet. Wo, wie und wieviel gebaut wird, entscheidet darüber, inwieweit sich die die Folgen der Klimakrise weiter verschärfen.
Der Versiegelungsgrad unterscheidet zwischen den Bundesländern, aber auch von Stadt zu Stadt sowie innerhalb der Städte. In einer Studie des Gesamtverbandes der Versicherer (GDV) aus dem Jahr 2023 wurde der Versiegelungsgrad auf der Basis von Copernicus-Satellitendaten sowie frei zugänglicher Geodaten der Städte und Gemeinden ermittelt. Spitzenreiter der Versiegelung nach Ländern ist demnach Baden-Württemberg mit rund 50,5 Prozent, den geringsten Versiegelungsgrad weist Brandenburg mit knapp 36 Prozent auf. Große Unterschiede bestehen auch zwischen den Kommunen. Während in Ludwigshafen am Rhein der Versiegelungsgrad fast 67 Prozent beträgt, sind es im thüringischen Suhl knapp 30 Prozent.