Platz zum Wohnen
Pro-Kopf-Wohnfläche steigt auf 49,2 Quadratmeter
In Deutschland gab es zum Jahresende 2024 laut dem Statistische Bundesamt etwa 43,8 Millionen Wohnungen. Im Vergleich zum Jahr 2014 erhöhte sich der Wohnungsbestand um 6,1 Prozent oder 2,5 Millionen Wohnungen. Die Gesamtwohnfläche nahm im gleichen Zeitraum 9,1 Prozent zu und beträgt nun 4,1 Milliarden Quadratmeter.
Über die Hälfte der Wohnungen (54,8 Prozent oder 23,5 Millionen Wohnungen) befanden sich in Mehrfamilienhäusern. Knapp ein Drittel der Wohnungen befand sich in 13,5 Millionen Einfamilienhäusern, während 5,5 Millionen Wohnungen (12,8 Prozent) in insgesamt 2,7 Millionen Zweifamilienhäusern lagen. Weitere Wohnungen befanden sich Wohnheimen.
Die durchschnittliche Wohnung war zum Jahresende 2024 94,0 Quadratmeter groß und die durchschnittliche Wohnfläche pro Kopf betrug 49,2 Quadratmeter. Das bedeutet eine Vergrößerung der Wohnfläche je Wohnung seit dem Jahr 2014 um 2,5 Quadratmeter, während sich die Wohnfläche je Einwohnerin und Einwohner um 2,7 Quadratmeter erhöhte. Im Schnitt war Ende 2024 jede Wohnung mit gut 1,9 Personen belegt.
Je nach Wohnform (Familien, Paare, Alleinlebende) und nach Alter variieren die Nutzung bzw. Verteilung von Wohnraum. Das zeigen Daten des Statistischen Bundesamt saus dem Jahr 2022. Haushalte mit mindestens vier Personen verfügten im Durchschnitt über 30 Quadratmeter pro Kopf, Alleinlebende im selbstgenutzten Eigentum hatten unabhängig vom Lebensalter 105 Quadratmeter zur Verfügung. Haushalte von Personen über 65 Jahren verfügten im Jahr 2022 pro Person über durchschnittlich 68,5 Quadratmeter Wohnfläche, 27 Prozent der Alleinlebenden in dieser Altersgruppe bewohnten mindestens 100 Quadratmeter. Die Verfügbarkeit von Wohnfläche pro Kopf hängt darüber hinaus von den Eigentumsverhältnissen ab. Eigentümer:innen lebten im Jahr 2022 im Durchschnitt auf 65,1 Quadratmetern, Mieter*innen dagegen auf durchschnittlich 48,5 Quadratmetern.
Je länger Personen eine Wohnung gemietet haben, umso größer ist die Wohnfläche pro Kopf. Das deutet auf den sogenannten Lock-in-Effekt hin, wonach Mietwohnungen, auch wenn sie inzwischen für die Zahl der (älter gewordenen) Bewohner:innen zu groß sind, nicht gegen eine neue kleinere Wohnung getauscht werden. Gründe hierfür sind die vergleichsweise hohen Mietpreise bei der Neuanmietung einer kleineren Wohnung und die geringe Verfügbarkeit von Wohnungen in vielen Städten. Viele ältere Menschen leben in einem alten, seinerzeit für die Familie gebauten oder erworbenen Eigenheim. Sie verbleiben dort, auch wenn die Kinder längst ausgezogen sind und ein Ehepartner verstorben ist. Häufig ist das Haus mit Garten nicht altersgerecht, wird aber weiter bewohnt (sogenannter Remanenzeffekt). Gleichzeitig suchen junge Familien ein gebrauchtes Eigenheim. Insbesondere Familien mit Kindern in Mietwohnungen müssen vor allem in den größeren Städten mit wenig Wohnraum auskommen. Auch hier zeigt sich der Lock-in-Effekt, wenn wenig Wohnungen verfügbar sind sich gleichzeitig die Mieten auf einem für viele Familien kaum bezahlbaren hohen Niveau bewegen.
- Statistisches Bundesamt: 43,8 Millionen Wohnungen in Deutschland zum Jahresende 2024 (Pressemitteilung Nr. 336 vom 17. September 2025)
- Statistisches Bundesamt: Haushalte der Altersgruppe 65+ haben pro Kopf den meisten Wohnraum zur Verfügung (Pressemitteilung Nr. N 035 vom 14. Juni 2023)
- Statistisches Bundesamt: Wohnsituation privater Haushalte 2022 in Deutschland