Unverändert hoher Handlungsbedarf

Sechster Bodenschutzbericht der Bundesregierung

Im August 2025 hat die Bundesregierung ihren sechsten Bodenschutzbericht vorgelegt. Er dokumentiert die Aktivitäten und Entwicklungen im Bodenschutz in Deutschland sowie auf europäischer und internationaler Ebene. Darüber hinaus stellt er Maßnahmen von Bund und Ländern wie zum Beispiel die Aktivitäten der Bund/Länder-Arbeitsgemeinschaft Bodenschutz (LABO) und beratender Fachgremien dar.

Im Bericht werden die Böden als eine begrenzte und schützenswerte Ressource bezeichnet, die Grundlage für Nahrungsmittelproduktion, Trinkwasserversorgung, Kohlenstoffspeicherung, Biodiversität und wesentlicher Bestandteil funktionierender Ökosysteme ist. Wie bereits in vorigen Bodenschutzberichten wurde der hohe Druck auf die Böden beschrieben: „Klimawandel, nicht nachhaltige Nutzung, Versiegelung, Degradation, knappes Land, die Diskussionen um die begrenzte Ressource Boden führen immer wieder zu zahlreichen Konflikten.“

Der Schutz der unter anderem für die Kohlenstoffbindung wichtigen Moorböden durch Wiedervernässung und nachhaltige Nutzung wird als eine zentrale notwendige Maßnahme benannt. Im Weiteren wird auf das Erfordernis der Entsiegelung und Wiederherstellung natürlicher Bodenfunktionen verwiesen. In diesem Zusammenhang wird das Aktionsprogramm Natürlicher Klimaschutz genannt, mit dem die Bundesregierung die Entsiegelung von Böden und den Schutz von Moorböden voranbringt. Auch auf rechtliche Rahmenbedingungen zum Schutz der Böden wird eingegangen. Diesbezüglich enthält der Bericht Hinweise und Vorschläge zur Novellierung des Bodenschutzrechts.

Im Bericht wird das Ende 2024 gegründete Nationale Bodenmonitoringzentrum genannt, das bundesweit Bodenzustandsdaten sammeln, harmonisieren und transparent zur Verfügung stellen soll.

Als besondere Herausforderungen im Zusammenhang mit der Verbesserung des Bodenschutzes werden genannt:

  • Reform des Bodenschutzrechts mit Blick auf Vorsorge, Klimaschutz und Biodiversität,
  • Eindämmung des Flächenverbrauchs und der Bodenversiegelung,
  • Schließung von Wissenslücken in Bezug auf Bodenbiodiversität.

Insgesamt, so der Bericht, besteht noch großer Handlungsbedarf, um den Boden als Lebensgrundlage und Lebensraum für Menschen, Tiere und Pflanzen und als Bestandteil des Naturhaushalts zu erhalten.