Gemeinsam stark!

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Ein Gremientreffen
Interkommunale Zusammenarbeit hilft, Flächen und Geld zu sparen.

Kommunen stehen miteinander in Konkurrenz. Doch angesichts zunehmender Herausforderungen wie dem demografischen Wandel, einem globalen Standortwettbewerb und knapper werdenden öffentlichen Mitteln gilt es, Ressourcen zu bündeln.

Interkommunale Kooperationen im Handlungsfeld des Flächenmanagements bieten die Chance, über eine gemeinsame Flächenpolitik

  • Flächen zu schonen,
  • Flächenengpässe zu überwinden und bedarfsgerechte Angebote zu schaffen,
  • die öffentlichen Haushalte durch Synergieeffekte zu entlasten,
  • Ressourcen zu aktivieren, indem zum Beispiel Projekte gemeinsam in Angriff genommen werden und
  • Regionen wirtschaftlich zu stabilisieren.

Die Zusammenarbeit kann dabei unterschiedliche Ziele und Intensitäten haben:

  • Eine einfache Abstimmung über die Entwicklungsabsichten stellt Transparenz zwischen den Gemeinden her. Regionale abgestimmte Flächenkontingente, eine Abstimmung der Bauleitpläne, abgestimmte Flächenentwicklungspläne oder sogar ein gemeinsamer Flächennutzungsplan verhindern, dass es zu einem Überangebot an Flächen kommt. Zusätzlich ermöglichen sie, die Qualitäten der Flächenausweisungen in der Region zu verbessern. Das kann zu einem konkreten Standortvorteil der Region führen.
  • Durch eine gemeinsame Planung und Nutzung von Wohn- und Gewerbegebieten werden die bestmöglichen Standorte in der Region genutzt und Konkurrenzen vermieden. Ein gemeinsames Management und Marketing in einem Gewerbe- oder Wohnbauflächenpool ermöglicht erhebliche Kosteneinsparungen. Gerade kleine Kommunen, deren Management- und Marketingkapazitäten begrenzt sind, können hiervon profitieren.

Es gibt eine Vielzahl von Kooperationsinitiativen mit einer weiten Bandbreite der Kooperationsstrukturen. Erfolgsfaktoren sind in der Regel, dass die Zusammenarbeit

  • freiwillig und bottom-up erfolgt,
  • den Anspruch verfolgt, die regionale Entwicklung zu steuern und
  • über eine feste, politisch legitimierte Gremienstruktur und ein klares Regelwerk, zum Beispiel im Rahmen von vertraglichen Vereinbarungen verfügt.

So machen's andere

  • Die Region Halle/Leipzig kooperiert in der Gewerbeflächenentwicklung, um das Konkurrenzdenken aufzulösen, eine nachhaltige Flächenpolitik zu befördern, die regional abgestimmte Entwicklung und Vermarktung von regional bedeutsamen Gewerbe- und Industrieflächen planerisch zu steuern und zu unterstützen sowie, nicht zuletzt, auch die Wettbewerbsfähigkeit der Region zu stärken.
  • Die Entwicklungsagentur für den Lebens- und Wirtschaftsraum Rendsburg erarbeitet einen gemeinsamen Flächenentwicklungsplan für 13 Kommunen. Einen Interessenausgleich ermöglicht ein Strukturfonds, aus dem regionale Projekte gefördert werden.
  • Der Planungsverband Frankfurt /Rhein-Main erstellt für die Mitgliedkommunen den „regionalen Flächennutzungsplan“.
  • Mit dem kommunalen Zweckverband Schwalm-Eder-West setzten die Gemeinden Borken (Hessen), Jesberg, Neuental, Wabern und Bad Zwesten ein gemeinsames Boden- und Immobilienmanagement um.

Weitere Informationen

Einordnung

Autor/in

Institut Raum & Energie

Veröffentlicht

30. September 2016
Ein Gremientreffen

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