Flächensparen reduziert Klimarisiken

Innenentwicklung trägt zur Anpassung an den Klimawandel bei

Neben Klimaschutz ist auch eine Anpassung an nicht mehr vermeidbare Folgen des Klimawandels erforderlich. Ziel ist es, potentielle Risiken und Schäden zu vermeiden oder zumindest zu minimieren. Dazu kann eine sparsame Flächenentwicklung einen wichtigen Beitrag leisten.

Der Klimawandel birgt Risiken für Städte und Gemeinden

Die Auswirkungen des Klimawandels sind bereits sichtbar – und werden sich in Zukunft voraussichtlich verstärken. Verbunden damit sind in Bezug auf die Siedlungsentwicklung verschiedene Risiken für Städte und Gemeinden:

  • Hochwasser an Flüssen und lokale Überschwemmungen durch Starkniederschläge verdeutlichen, zu welchen Schäden eine an extreme Hochwasserereignisse nicht angepasste Siedlungsentwicklung führen kann. Künftig ist vermehrt mit Starkregen und Überflutungen zu rechnen.
  • Künftig ist häufiger mit Hitzewellen zu rechnen. Die Anzahl der Tage mit einer Hitzebelastung und sogenannte Tropennächte, in denen die Temperatur nicht unter 20° C fällt, werden zunehmen. Die Veränderungen der Temperatur und der Luftfeuchtigkeit haben einen starken Einfluss auf das Bioklima und damit auf das menschliche Wohlbefinden und die Gesundheit. Gerade Ältere sind stark betroffen, was angesichts des demografischen Wandels eine Herausforderung darstellt, aber auch Kinder und Kranke. Insbesondere in verstädterten Siedlungsgebieten kann es zu einer starken Aufheizung kommen.

Flächensparen hilft, die Folgen zu mildern

Eine flächensparende, und damit klimagerechte Siedlungsentwicklung kann die genannten Folgen abmildern – und so die Zukunftsfähigkeit der Städte und Gemeinden sichern. Ein Verzicht auf eine Bebauung im Außenbereich trägt dazu bei, dass für die Klimaanpassung wichtige Freiflächen erhalten bleiben.

  • Hochwasser- und erosionsgefährdete Bereiche sollten gezielt von Bebauung freigehalten werden, damit Menschen und Gebäude vorbeugend vor Hochwasserschäden geschützt sind und diese Flächen weiterhin dem Wasserrückhalt dienen können. Das ist auch für die Unterlieger von Vorteil.
  • Zum Schutz vor zunehmenden Hitzebelastungen in Städten ist vor allem der Erhalt von Grün- und Freiflächen mit einer günstigen lufthygienischen und klimatischen Wirkung wichtig, die zur Frisch- und Kaltluftentstehung beitragen und als Luftaustauschbahnen dienen. Können sie ihre wichtigen Funktionen weiterhin ausüben und werden nicht versiegelt, fallen Hitzewellen in den dichter besiedelten Stadtgebieten weniger stark aus – und stehen den Bewohnerinnen und Bewohner stark verdichteter Stadtquartiere Ausweichräume mit hoher Erholungsqualität zur Verfügung.
  • Außerdem trägt der Erhalt von Freiflächen dazu bei, dass der natürliche Wasserhaushalt nicht gestört wird, Niederschlagswasser versickern und neues Grundwasser gebildet werden kann, was das Wassermanagement angesichts einer Verschiebung der Niederschläge vom Sommer in den Winter erleichtert.
  • Und nicht zuletzt kommt es Tieren und Pflanzen im Klimawandel zugute, wenn Naturflächen nicht bebaut werden, da eine großräumige Vernetzung ihrer Lebensräume erhalten bleibt. So können sie Klimaveränderungen durch Wanderungen langfristig ausweichen und damit ein Verlust von Biodiversität verhindert werden.

Auch Innenentwicklung muss klimaangepasst sein

Allerdings sind auch bei der Innenentwicklung Belange der Klimaanpassung zu berücksichtigen. Eine zu starke Verdichtung wäre kontraproduktiv und würde beispielsweise zu einer Überwärmung von Siedlungsgebieten beitragen. Stattdessen sind in der Innenentwicklung Qualitäten gefragt . Fragen der Klimaanpassung müssen berücksichtigt werden. So können beispielsweisen Frischluftschneisen im Gemeindegebiet von Bebauung freigehalten und im Siedlungsbereich Grünachsen entwickelt werden, die dem siedlungsnahen Luftaustausch dienen. Um die Ziele der Schaffung einer kompakten Siedlungsstruktur und den Erhalt der klimatischen Ausgleichsfunktionen bei der Ausweisung neuer Bauflächen für die gemeindliche Flächenentwicklung abzuwägen, kann ein klimatologisches Gutachten helfen, das die Frischluftentstehung und die Lufttauschbahnen berücksichtigt.

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