Innenentwicklung schafft Lebensqualität

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Lebendige Innenstadt
Lebendige Innenstadt
Lebendige Quartiere, kürzere Wege und mehr soziales Miteinander

Innen- und Bestandsentwicklung bietet die Chance, die Lebensqualität für eine insgesamt schrumpfende und alternde Bevölkerung zu erhalten und damit die Herausforderungen des demographischen Wandels zu gestalten.

Lebensqualität durch kurze Wege

Innenentwicklung führt zu kurzen Wegen. Einkaufsmöglichkeiten, Ortsmitten, Schulen und Kindergärten sind im besten Falle zu Fuß oder mit dem Fahrrad erreichbar, während im neuen Baugebiet auf der „grünen Wiese“ oftmals das Auto erforderlich ist. Kurze Wege zwischen Wohnung und vorhandenen Angeboten lassen mehr Zeit für die angenehmen Dinge des Lebens.

Die Wertschätzung für kurze Wege wächst mit zunehmendem Alter der Menschen. Ob Seniorentagesstätte, Facharzt, Krankenhaus oder Erreichbarkeit durch einen Pflegedienst – hier wirken geringe Distanzen nicht allein gegen Vereinsamung und sorgen für mehr Qualität des Lebens, sondern vielleicht können sie sich sogar einmal als lebensrettend erweisen.

Nicht zu unterschätzen ist auch der finanzielle Aspekt: Befinden sich die wichtigen Stationen des Lebensumfeldes in der Nähe, lässt sich das zweite Auto sparen – und falls der ÖPNV gut ausgebaut ist, eventuell sogar das erste.

Lebensqualität durch attraktive Ortsmitten und Quartiere

Durch Innenentwicklung werden Ortsmitten und Stadtquartiere wieder attraktiver. Ein lebendiger Ortskern, der von den eigenen vier Wänden aus rasch zu erreichen ist, lädt zum Bummeln ein und ist Treffpunkt für die Bevölkerung. Gerade auch für Jugendliche und für ältere Menschen bringt das ein Mehr an Lebensqualität. Lebendiger werden durch neues Wohnen auch die gewachsenen, oft historischen Quartiere in Städten. Innenentwicklung heißt, die Qualitäten der Ortsmitten zu erkennen, weiterzuentwickeln und Eigentümer, Mieter und auch Unternehmen für sie zu begeistern.

Lebensqualität durch Umweltschutz

Darüber hinaus ist Innenentwicklung umweltfreundlich: Unbebaute Flächen werden geschont und weniger Verkehr nützt dem Klima. Naturflächen bleiben langfristig erhalten, dienen weiterhin zur Naherholung und können ihre wichtigen Funktionen im Naturhaushalt übernehmen – auch zum Nutzen künftiger Generationen. Das Wohnen „mittendrin“ steigert deshalb nicht nur die eigene Lebensqualität, sondern auch die der Kinder und Enkel.

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Autor/in

Institut Raum & Energie

Veröffentlicht

31. März 2016
Lebendige Innenstadt

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