REAL CORP 2019

Is this the Real World? "Perfect Smart Cities" vs. "Real Emotional Cities"
2. April 2019 bis 4. April 2019

24. internationale Konferenz zu Stadtplanung und Regionalentwicklung in der Informationsgesellschaft GeoMultimedia 2019

Seit tausenden von Jahren baut die Menschheit Städte – nicht nur als Lebensraum, sondern auch um ihre Fertigkeiten und Aktivitäten im Rahmen einer arbeitsteiligen Gesellschaft voranzutreiben. Obwohl es weiterhin einen großen Bedarf an physischen Strukturen gibt, konzentriert sich ein Großteil der Diskussion um die Zukunft unserer Städte auf digitale Technologie. Der Begriff „Smart City“ wird intensiv genutzt und birgt sowohl Hoffnung als auch Versprechen, dass Städte effizienter und lebenswerter werden. Unter dem Begriff „Smart City Solutions“ ist mittlerweile eine große Industrie mit hohem Potenzial entstanden.

Städte bestehen nicht nur aus Ziegeln, Mörtel, Stahl, Glas und – seit einiger Zeit – IKT. Eine Stadt hat eine Identität, eine „Seele“, sie ist emotional – und das ist oft etwas sehr Wichtiges für eine Stadt, ihre Räume und ihre Viertel und natürlich auch für ihre Einwohner. Städte sind ein Zuhause, es gibt Wohlfühlorte genau so wie Gegenden, die man eher vermeidet – abhängig von vielen gemeinsamen und individuellen Faktoren. Was macht den Geist, die Seele einer Stadt oder eines Orts aus?

Während Smart-City-Renderings nur allzu oft perfekte, makellose Städte zeigen, haben echte Städte ihre schönen, aber auch ihre dunklen Seiten? Wie sieht die Situation und die Zukunft der „REALEN WELT“ aus? Wie ist das Verhältnis zwischen dem Streben nach „perfekten smarten Städten“ und „echten emotionalen Städten“? Werden Städte und ihr Umland standardisiert und vereinheitlicht werden oder können sie ihre Identität behalten? Und entscheidet sich das nur über Marktwerte?

Kann Raumplanung das Bewahren und Schaffen von Plätzen, Räumen und Städten – also „echten emotionalen Städten“ – unterstützen? Was sind die Werkzeuge für die Stadt des 21. Jahrhunderts? Dabei darf selbstverständlich nicht außer Acht gelassen werden, dass Nachhaltigkeit und Resilienz weiterhin primäre Ziele für die Stadtentwicklung sind.

Die REAL CORP 2019 wird sich mit den Verbindungen und Unterschieden zwischen Standardisierung durch technische Innovation einerseits und dem Streben nach Einzigartigkeit und Individualität andererseits beschäftigen. Wir laden Sie herzlich ein, Ihre Entwürfe/Abstracts für Papers und Vorträge vor allem zu den folgenden Themengebieten einzureichen:

  • REAL CORP 2019 Special Challenge: Echte Smart Cities – Quadratur des Kreises? Enorme Einsparung, riesiger Profit, glückliche Menschen – nachhaltig, resilient, für alle
  • Änderungen in der physischen Struktur der Städte durch Digitalisierung
  • Territorien der realen Welt vs. Informationsräume
  • Tradition vs. Branding: Bewahren und Schaffen von Identität, Seele und Emotionen der Städte. Ist Branding das Werkzeug, um mit neuen Orten Identität zu stiften und existierende Orte upzugraden?
  • Echte Smart Cities – High Tech und Lebensqualität: Best Practises und Konzepte für die Zukunft
    # integrierte/holistische Ansätze und Lösungen;
    # sektorale Ansätze und Lösungen solutions (Energie/Smart Grids, Ressourcenmanagement, Personenmobilität, Gütermobilität und Logistik, Smart Government, Daten- und Informationsstrukturen, smarte Gebäude, smartes Wohnen, smartes Zuhause, smartes Gesundheitswesen, Bildung, Unterhaltung, Einzelhandel, Internet of Things, Urban Farming, Sicherheitsaspekte, ...)
    # Ansätze und Lösungen aus dem Blickwinkel von Verwaltung, Industrie und Zivilgesellschaft
  • Was in der Smart-Cities-Propaganda kaum erwähnt wird: die „dunkle Seite der Stadt“ (informelle Siedlungen, Flüchtlingscamps, Industriebrachen, traditionelle Industriegebiete, Schlachthöfe, riesige Logistik- und Handelsplätze, Abfall- und Abwasserbehandlung, Friedhöfe, „No-go-Areas“, städtische Hitzeinseln, ...)
  • Wie decodieren wir den Kontext der Stadt und wie kann die Wahrnehmung der Menschen gemessen und beschrieben werden?
  • Wohlfühlorte – wie werden sie geschaffen, wie können wir sie bewahren? (Stadtgestaltung, Nutzungsmischung, Existenz oder Fehler strikter Regulierung, Geräusche vs. Lärm, Umgang mit urbanem Mikroklima, Erinnerungen und Umgang mit der Vergangenheit, Natur in der Stadt, Kunst und Veranstaltungen, ...)
  • Stadt DER Dinge oder Stadt FÜR Menschen?
  • Immobilienentwicklung und Stadtplanung: Konkurrenten oder Partner?
  • Die Rolle von Raumplanung und Raumplanern bei der Gestaltung der Stadt der Zukunft (Berater, Masterplaner, Moderatoren/Mediatoren, Designer, Integratoren ... kulturelle Unterschiede bei Stadtplanung und Einsatz von Technologie)
  • Digitalisierungstrends in der Stadtplanung:
    # Werkzeuge und technischer Fortschritt (Evolution von GIS und DSS? Von Building Information Modelling (BIM) zu City Information Modelling (CIM); Artificial Intelligence (AI); Design mit Virtual Reality (wieder einmal!)? 3D-Druck, Consumer 3D Printing (c3dp), ...)
    # Informationsquellen (Fernerkundung, LIDAR/Laser Scanning, Drohnen/autonome Fahrzeuge, Floating Vehicle Data, Echtzeitdaten, Sensornetzwerke, Big Data, ...)
    # Zugang zu Information und Daten (Open Government Data (OGD), Open Source, nutzer- und crowdgenerierte Inhalte, Neuigkeiten von INSPIRE?, internationale und globale Dateninitiativen, ...)
    # Denkweise: Ver- oder Misstrauen in Instrumente, Methoden, Prozesse?
  • Stichwort ländlicher Raum: Smarte Dörfer, das Land neu erdenken? (Smart Country; Digitalisierung im Kontext des „Neu Erdenkens des Konzepts Dorf“ und mögliche Vorteile, ...)

Veranstaltungsort

KIT – Karlsruhe Institute of Technology
Kollegiengebäude am Ehrenhof (Geb. 11.40)
Englerstrasse 11
76131 Karlsruhe

Veröffentlichungen und weiteres Material