Gleichwertigkeit der Lebensverhältnisse – der Beitrag von Raumordnung und Raumentwicklung

Fachtagung der ARL
20. November 2019

Unbestrittenes Ziel der Raumordnungspolitik von Bund und Ländern ist es, im Gesamtraum und seinen Teilräumen ausgeglichene soziale, infrastrukturelle, wirtschaftliche, ökologische und kulturelle Verhältnisse zu schaffen. Dieses Gestaltungsziel ist gleichermaßen in Verdichtungsgebieten wie in ländlichen Räumen, in strukturschwachen wie auch dynamischen Regionen zu verfolgen. Durch räumlichen Ausgleich und Wachstumsimpulse sollen strukturelle Ungleichgewichte zwischen den Regionen verringert werden, um so gleichwertige Lebensverhältnisse zu erreichen. In räumlicher Hinsicht flankiert das Gleichwertigkeitsziel der Raumordnung also das Sozialstaatsprinzip des Grundgesetzes.

In Bund und Ländern gibt es aktuell nur vergleichsweise wenige Politikbereiche, die Mindeststandards der Gleichwertigkeit deutschlandweit oder länderspezifisch definieren (z.B. Gesundheit-, Rettungs- und Bildungswesen). Aufgabe der Raumordnung von Bund und Ländern muss es in Zukunft sein, die Setzung von Mindeststandards in den Fachpolitiken mit Raumbezug zu begleiten.

Wie sich die Arbeitsteilung zwischen Bund und Ländern im Hinblick auf die Schaffung und Erhaltung gleichwertiger Lebensverhältnisse – und die Rolle der Kommunen dabei – weiterentwickelt, zeigen die nun vorliegenden Ergebnisse der von der Bundesregierung eingesetzten Kommission „Gleichwertige Lebensverhältnisse“ auf. Diese Aussagen bedürfen jedoch einer Konkretisierung, einer Priorisierung und Abstimmung zwischen den Fachressorts. Somit erfordert ein nachhaltiges Gesamtsystem der gleichwertigen räumlichen Entwicklung einen Blick über den disziplinären bzw. fachpolitischen Tellerrand hinaus und eine inter- sowie transdisziplinäre Zusammenarbeit.

Mit der eintägigen Fachtagung soll eine differenzierte Auseinandersetzung unter folgenden Fragen erfolgen:

  • Welchen Einfluss haben die aktuellen raumrelevanten Trends auf die Ungleichheit in Deutschland?
  • Bedarf es einer Änderung bestehender Förderpolitiken in Richtung einer stärkeren Regionalisierung?
  • Welche Rolle sollten die Kommunen bei der Schaffung gleichwertiger Lebensverhältnisse einnehmen – insbesondere in den ländlichen Räumen?
  • Welche Strategien – der Zentralisierung oder Dezentralisierung im Rahmen der Daseinsvorsorge insbesondere von öffentlichen Einrichtungen – sind geeignet, gleichwertige Lebensverhältnisse herzustellen und zu sichern?
  • Wie können diese Strategien vor Ort in der von den Menschen als ihre Heimat wahrgenommenen Lebenswelt umgesetzt werden?

Gleichwertige Lebensverhältnisse – Voraussetzung für den gesellschaftlichen Zusammenhalt.

Veranstalter

Akademie für Raumforschung und Landesplanung

Veranstaltungsort

Reinhardtstraßenhöfe in Berlin

Ansprechpartner

Akademie für Raumforschung
und Landesplanung
Vahrenwalder Straße 247
30179 Hannover
Tel. +49 511 34842-0
Fax +49 511 34842-41

Veröffentlichungen und weiteres Material